Einer meiner Lehrer sagte immer, es sei schwerer einen kurzen Brief zu schreiben, als einen langen. Er war damals schon alt. Aber natürlich hatte er recht. Das merke ich immer, wenn ich eine Kurzgeschichte schreiben soll, die eine bestimmte Zahl an Zeichen nicht überschreiten darf. Die Dinge so genau auf den Punkt zu bringen, dass alles gesagt ist, dass nichts fehlt und nichts auf der Strecke bleibt, dass die Geschichte schlüssig und rund wird und ganz genau den gewünschten Umfang hat, ist eine Kunst.

In wenigen Sätzen soll ein Spannungsbogen erzeugt werden. Personen treten auf, deren Lebensdauer über eine halbe Zeitungsseite nicht hinausgeht. Und sobald sie zu agieren beginnen, muss die Handlung schon wieder zu einem Abschluss gebracht werden, der trotz der Kürze sowohl überraschend und spannend oder berührend sein soll.

Die beiden Kurzgeschichten Suicide Show und Narzissa wurden 2011 im Weser Kurier veröffentlicht, im Rahmen der Serie Bremen 2041 – Erzählungen aus der Zukunft. Ziemlich düstere Zukunftsvisionen vom täglichen Leben in einer ganz normalen Stadt.

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