Stimmen aus der Vergangenheit – Geheimnis an der Mole

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Stein mit Inschrift an der Mole in der Überseestadt Bremen, Walle

Stimmen aus der Vergangenheit – Geheimnis an der Mole

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Abendstimmung an der Mole, Überseestadt. Bremen, Walle

Das Sonntagswetter war sehr bescheiden, aber trotz Wind und Regen erschien ein Spaziergang zum alten Molenturm verlockender als ein Nachmittag vorm Fernseher. Der geplante Krimi braucht eine tragfähige Handlung, und nirgendwo gibt es mehr Inspiration als am anvisierten Ort des Geschehens.

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Der Stein mit der Inschrift an der Mole.

Es war wirklich ungemütlich. Die anderen Spaziergänger waren längst geflüchtet, als sich zwischen den düsteren Wolken ein Riss auftat und ein Stückchen blauen Himmels erschien. Ein oder zwei Sonnenstrahlen spielten über den endlosen Steinwall der Mole, als mein Blick plötzlich an einem Stein hängen blieb. Vorsichtig ging ich ein Stück die Böschung runter. Die meisten Steine waren noch feucht vom letzten Schauer und ziemlich rutschig. Aber der Weg lohnte sich: Dieser Stein war tatsächlich etwas Besonderes! Die hellen Flecken waren eine Gravur, die ziemlich alt zu sein schien. Trotzdem war es nicht schwer, zwei Namen zu entziffern: Ludger und Willi.

Schlagartig wurde es mir klar: Das sind die beiden Protagonisten, die mir noch fehlten. Zwei Helden oder Halunken, die sich vor langer Zeit – wahrscheinlich vor vielen Jahrzehnten – hier auf dem Weg zum Molenturm verewigt haben. Vielleicht sind die beiden längst gestorben. Aber ihre Namen auf diesem Stein haben überdauert und werden nun mit neuem Leben gefüllt.