Der Molenturm – ein schicksalhafter Ort

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Rohkaffee in kleinen Leinensäckchen, so wie er in der Nachkriegszeit in Bremen ankam. (Natürlich kamen auch größere Säcke an)

Die Idee, einen Krimi beim alten Molenfeuer Süd spielen zu lassen, nimmt allmählich Gestalt an. Ein historischer Ort verlangt nach einer Geschichte, die aus der Vergangenheit schöpft: Die Not der Nachkriegsjahre und der tägliche Kampf ums Überleben bilden einen vielschichtigen Hintergrund. Nahrungsmittel waren knapp. Der Tauschhandel florierte, während Hilfslieferungen aus Amerika – die Care-Pakete – die größte Not der Bevölkerung lindern sollten. Im Überseehafen wurden Kaffee und Zigaretten angelandet, die sich schnell zur Ersatzwährung entwickelten. Für Zigaretten konnte man Lebensmittel eintauschen, und für ein kostbares Pfund Kaffee wurde auch schon mal ein Mord begangen. Schmuggelgeschäfte waren an der Tagesordnung, in Walle entstand ein rasch wachsendes Rotlichtviertel. Diese Eckpunkte leiten die Krimihandlung in eine reale Situation. Verbrechen und Verzweiflung hängen oft zusammen. Notsituationen lassen die Hemmschwellen sinken, die einen Menschen sonst davon abhalten würde, einen anderen zu übervorteilen, zu berauben oder ihm gar den Hals umzudrehen.

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Verborgene Schönheit: Der eingerüstete Molenturm.

Die Sanierungsarbeiten am Molenturm sollen übrigens Ende September abgeschlossen sein. Dann wird das historische Bauwerk hoffentlich wieder in ganzer Schönheit und ohne Einrüstung zu sehen sein.